Predatoren

Was kann ich tun?

loewenbaby

Tierschutz kostet Geld. Daher hilft uns jede Unterstützung, z.B. in Form einer Spende.

Sie können natürlich auch selbst aktiv werden.


 

Hyänen

IUCN- (International Union for Conservation of Nature) Einstufung:
Gefahrenklasse 4 – leicht gefährdet

Merkmale

Hyänen
© Kunstzirkus / pixelio.de

Hyänen gehören zur Familie der Raubtiere. Sie sind Schleichkatzen. Auffällig ist ihr Körberbau. Ihre Vorderbeine sind deutlich länger als die Hinterbeine. Deshalb ist die Rückenlinie schräg abfallend. Der Brustkorb und die Vorderbeinmuskulatur sind sehr kräftig im Verglich zum restlichen Körperbau. Der Kiefer ist extrem stark. Damit können Hyänen ohne Probleme Knochen zerbeißen und große Fleischstücke tragen, wohingegen andere Raubkatzen dazu  nicht in der Lage sind und ihre Beute deshalb hinter sich herziehen müssen.

Ihre Körpergröße beträgt bis zu 1,65m, das Gewicht schwankt zwischen 40 und 90 kg. Der Schwanz ist mit bis zu 44cm relativ kurz. Die Gattung der Hyäne gliedert sich in drei Unterfamilien, die sich im Braunton ihres Fells unterscheiden: es gibt die Fleckenhyäne, die Streifenhyäne und die Braune Hyäne.

Außergewöhnlich ist auch ihr Gang. Im Gegensatz zu anderen Vierbeinern bewegen sie sich durch einen Passgang vorwärts. Das heißt, dass sich immer nur die Glieder der einen Seite zusammen bewegen, dann die der anderen Seite. Ihr Geruchs-, Seh- und Hörsinn ist sehr gut ausgeprägt, um über große Distanzen Aas  riechen zu können. Die Hyänen haben ein doppelt so großes Herz wie die Löwen. Damit sind sie in der Lage bis zu 100km pro Tag zurück zu legen.

Lebensraum

Die Hyäne lebt heute in Afrika und in Teilen Süd- und Westasiens. Sie findet man sie in den Steppen und Savannen. Sie bewohnt verlassene Bauten, Höhlen und Gebüsche und ist nachtaktiv. In Afrika ist sie die am meisten verbreitete Raubtierart.

Sozialverhalten

Hyänen leben in Rudeln zusammen. Sie bewohnen gemeinsam Höhlen und ehemalige Tierbauten, die sie zum Teil für die Aufzucht der Jungen noch ausbauen.

Wenn Feinde auf sie aufmerksam werden, legen sie sich sofort auf den Boden und bewegen sich nicht mehr. Da Raubkatzen in der Regel durch Bewegung auf ihre Beute  aufmerksam werden, verlieren sie schnell das Interesse.

Ernährung

Hyänen sind Aasfresser und Allesfresser. Sie nehmen Pflanzen, Früchte, Eier, Fleisch und Aas zu sich. Sie verspeisen sogar Knochen. Ihrer Beute reißen sie, nachdem sie sie zu Boden geworfen haben, den Bauch auf, woraufhin diese zumeist sofort den Tod findet. Sie sind, gegen ihren Ruf, tatsächlich aktive Jäger, in manchen Gebieten bestehen bis zu 90% der Nahrung aus selbst gefangener Beute, nur müssen sie oft ihre Beute an die kräftemäßig überlegenen Löwen abgeben. Sie warten dann in einiger Entfernung, ob von ihrer Beute noch etwas übrig bleibt. Somit kamen sie zu dem Namen Aasfresser. Ab einem Verhältnis 3:1 ziehen auch die Löwen den Kürzeren gegenüber den Hyänen. Oft allerdings scheuen sich Hyänen auch nicht, andere, schwächere Tiere von ihrer Beute zu verscheuchen und diese selbst zu verspeisen.

Fortpflanzung

Es gibt keinen festgelegten Zeitrahmen, in dem eine Paarung nicht möglich wäre. Die Tragzeit beträgt bei der Streifenhyäne 90 Tage. Bei einem Wurf werden 2-3 Junge geboren, die daraufhin in Bauten aufgezogen und eineinhalb Jahre lang gesäugt werden. Ab dem zweiten oder dritten Lebensjahr sind sie geschlechtsreif. Die Tragzeit und die Anzahl der Jungen variiert je nach Unterfamilie. Hyänen können sich nicht willkürlich mit ihren Artgenossen paaren. Durch eine strenge Hierarchie  finden immer wieder Kämpfe innerhalb der Gattung statt, die zum Tod führen und dafür sorgen, dass sich die Verbreitung in Grenzen hält. Denn die Hyänen kennen kaum natürliche Feinde.

Bedrohung

Bedroht sind Hyänen durch die Auslage von Giftködern, durch den Rückgang von Nahrungsmittelressourcen und Aas auf Grund von der Zunahme anderer Aasfresser wie Wölfen.

Die größte Bedrohung stellt der Mensch dar, der die Hyäne als ernstzunehmenden Dieb und Zerstörer im Bereich der Landwirtschaft sieht. Deshalb werden vielfach giftige Köder oder vergiftetes Aas ausgelegt, die zum Tod des Tieres führen. An der israelischen Mittelmeerküste wurde die Gattung so zwischen 1918 und 1948 ausgelöscht.

Es gibt auch einen illegalen Handel mit Hyänenhaut und anderen Körperteilen. Denn manche Kulturen benötigen  diese für ihre alternative, traditionelle Medizin. Zum Beispiel in Marokko, wo mit dem Handel von Körperteilen der Hyäne stattliche Preise erzielt werden können.

Die braune wie die Fleckenhyänen benötigen außerdem größere, geschützte Gebiete, um größere Rudel zu gründen zu können.

Die Hyänen können leicht in der Nähe vom Menschen existieren und sich an die Umgebung und die Umstände anpassen. Dazu benötigen Haustiere  jedoch ausreichenden Schutz. Dies kann aber durch Hirtenhunde oder geschützte umzäunte Bereiche relativ einfach bewerkstelligt werden.

Die IUCN schätzt, dass die Gefährdung der Hyäne in den nächsten Jahren stark zunehmen wird. Noch haben wir die Chance, sie vor dem Schicksal, stark gefährdete Tierarten zu bewahren! Noch ist es nicht zu spät!